Tagebuch schreiben – warum erfolgreiche Menschen ein Journal führen?

Tagebuch schreiben – warum erfolgreiche Menschen ein Journal führen?

Als ich eines Tages „ganz überraschend“ mit Burnout aufgewacht bin, habe ich noch mit der letzten Kraft beschlossen: Ich werde alles Mögliche tun, um meine Energie wieder zurückzugewinnen! Tagebuch schreiben war eines der ersten Tools, zu denen ich gegriffen habe. Und das, obwohl ich damals dachte, dass es etwas für Teenager oder kleine Mädchen ist…

Die inneren Erlebnisse aufzuschreiben, unterscheidet sich allerdings von einer bloßen Beschreibung der äußeren Erlebnisse im klassischen Tagebuch. Diese Art vom Tagebuch schreiben, wo man sich mit eigenen Gefühlen und Gedanken auseinandersetzt, ist auch unter dem Begriff Journaling bekannt.

Ich führe mein Journal übrigens heute immer noch. Und das, obwohl ich (glücklicherweise) nicht mehr am Burnout leide und meine Tage wieder auf Hochtouren verbringen.

Warum mache ich es aber dann? Warum ist Journaling eine DER Gewohnheiten, die so viele erfolgreiche Menschen gemeinsam haben? Was sind die Vorteile von dieser Art ein Tagebuch zu schreiben?

1.Selbstachtung.

„Egoistisch ist nicht der, der sich um sich selbst kümmert, sondern der, der es versäumt hat und es nun von anderen erwartet.“ – Safi Nidiaye

Und genau deswegen ist es so wichtig, sich schon am Anfang des Tages Zeit für sich selbst zu nehmen. Wenn du das Journaling in deine Morgenroutine einbettest, nimmst du dir dadurch bewusst die 5 Minuten nur für dich selbst, deine Gedanken und deine Gefühle.

2.Selbstbewusstsein.

„Was du denkst, bist du. Was du bist, strahlst du aus. Was du ausstrahlst, ziehst du an.“ – Buddha

Viele werden diese oder ähnliche Gedankengänge kennen:

  • Etwas ist dir nicht gelungen? „Ah, was für ein Dummkopf bin ich…“ – denkst du.
  • Eine neue Chance eröffnet sich vor dir? „Das kann ich doch sowieso nicht… Ich bleibe lieber beim Alten.“ – flüstert dir eine Stimme ins Ohr.

Unabhängig von dem, ob sowas ernst oder nur zum Spaß gedacht wird – du bist, was du denkst. Und genau deswegen gehört die „tägliche Affirmation“ zu den morgendlichen Aufgaben vieler Journals.

Wenn du denkst, dass du kraftvoll bist, wirkt sich das positiv auf dein Durchhaltevermögen aus. Wenn du denkst, dass du erfolgreich bist, stimmst du dein inneres „Ich“ auf Handlungen und Entscheidungen, die dich schlussendlich zum Erfolg führen werden, ein.

Und geschriebenes Wort hat mehr Kraft als nur gedachtes!

3.Emotionsregulation.

Die Möglichkeit eigene Gedanken und Gefühle einfach frei loszulassen, sorgt ganz natürlich für eine innere Balance und Ausgeglichenheit.

Befreie deine Gefühle, ordne deine Gedanken und schreibe deine Probleme auf. Notiere deine Ideen und lasse alles, was deinen Kopf gerade beschäftigt, auf den Blättern deines Journals!

Aufschreiben der belastenden Gedanken und Gefühle bringt Erleichterung. Eine bewusste Auseinandersetzung mit Problemen, hilft Lösungen zu finden. Das Festhalten von Ideen und Träumen ist der erste große Schritt zu deren Realisierung.

Generell; durch das Loslassen negativer Gedanken, bewusste Lösungsfindung und plötzliche Greifbarkeit entfernter Träume, werden wir gelassener, ruhiger, ausgeglichener und zufriedener.

4.Selbstkritik.

„Ich teile die Welt nicht in Starke oder Schwache, nicht in Erfolgreiche oder Versager auf… Ich teile die Welt in Lernende und nicht Lernende auf.“ – Benjamin Barber

Ein wesentlicher Teil der eigenen Weiterentwicklung ist die Fähigkeit aus eigenen Fehlern zu lernen.

Wenn wir einen Fehler machen, fühlen wir uns allerdings meistens traurig, frustriert oder gar wütend. Wenn uns jemand anderer kritisiert, fühlen wir uns oft genug persönlich getroffen. Und so verschließen wir uns selbst vorm objektiven Feedback und Hilfe. So nehmen wir uns selbst die Chance auf Verbesserung und Weiterentwicklung weg.

Ein Rückblick auf den Tag, in einem geschützten Umfeld deines privaten Journals, ermöglicht Kritik zu verarbeiten. Wenn die ersten Emotionen nachgelassen haben, wirkt vieles anders. Und dann sind bereit, uns die essenzielle Frage zu stellen:

„Was kann ich aus dem heutigen Tag lernen?“

Und dann ist die Chance, aus dem Geschehenem zu lernen und zu wachsen, recht groß!

5.Selbstverantwortung.

„Es passiert nichts Gutes, außer man tut es.“

Du selbst bist für das, was du in deinem Leben machst oder nicht machst, verantwortlich. Du selbst entscheidest, wie du auf äußerliche Umstände reagierst. Und du hast es in der Hand, wie es dir schlussendlich geht.

Tagebuch schreiben hilft mir persönlich jeden Tag zu dieser Erkenntnis immer wieder aufs Neue zu kommen. Wie? Ich lerne Verantwortung zu übernehmen für:

Für das eigene Glück:

Wer will schon nicht glücklich sein? Trotzdem tendieren wir oft dazu viel zu lästern, uns primär auf das schlechte und anstrengende zu konzentrieren und uns selbst zu bemitleiden.

Was ist aber mit all den schönen Kleinigkeiten und glücklichen Momenten? Was ist mit all den scheinbar „zu offensichtlichen“ Tatsachen, wie gute Gesundheit oder ein warmes, gemütliches Bett?

Das schöne und gute in unserem Leben anzuerkennen, ist essenziell für die eigene Zufriedenheit und das allgemeine Wohlbefinden. Und Dankbarkeit führt nicht nur zum Glück, sondern in weiterer Folge auch zu mehr Erfolgen und Erfüllung in deinem Alltag.

Und genau deswegen ist eine tägliche Frage:

  • „Wofür bin ich dankbar?“

Ein Muss jedes guten Journals.

Denn, du bist derjenige, der für dein Glück, Erfolg und Erfüllung im Leben verantwortlich ist!

Für den Umgang mit Problemen:

Oft lassen wir auch den Ärger, die negativen Gefühle und den Frust über Streitigkeiten und ungelöste Problem auf den Seiten des Tagebuchs aus. Das hilft den Kopf von giftigen Emotionen zu befreien. Das beruhigt. Und das ermöglicht uns auch einen zweiten, dritten, vierten…. Blick auf die Situation zu werfen.

„Schmerz ist unvermeidlich. Leiden ist freiwillig.“

Schwierige und anstrengende Situation passieren. Probleme kommen immer wieder vor. Es liegt aber in deiner Hand, wie du damit umgehst. Lässt du dann einfach alles fallen und versinkst in Traurigkeit? Oder suchst du bewusst nach einer Lösung, fängst an zu handeln, lernst dabei und holst vielleicht sogar etwas Positives für dich aus dem Ganzen heraus?

Diese stärkenden Erkenntnisse sind durch das Aufschreiben der Ereignisse und der, sie begleitenden Gefühle, im Tagebuch möglich.

Für die eigenen Träume, Wünsche und Ziele:

Sich für das eigene Glück einzusetzen ist schwer, wenn man nicht weiß, was es für einen bedeutet…

Das tägliche Aufschreiben von eigenen Gefühlen hilft diese mit bestimmten Situationen bewusst zu verknüpfen. Was bereitet dir tatsächlich eine Freude? Was löst eher Stress und Unzufriedenheit aus? Wie oft wiederholen sich welche Emotionen?

In weiterer Folge helfen diese Erkenntnisse schlussendlich zu verstehen:

Und das ist der erste große Schritt, um zu Realisierung der eigenen Ziele überzugehen.

„Nimm deine Gedanken selbst in die Hand. Nimm deine Handlungen selbst in die Hand. Nimm dein Leben selbst in die Hand!

6.Prioritäten setzen.

Wenn wir uns mit zu viel wenig oder mittelmäßig Wichtigem umgeben, verlieren wir das wirklich Wichtige aus den Augen.

Ordnung zu erschaffen ist notwendig, um das weniger Wichtige von dem wirklich Wichtigen zu trennen. Und, um eigene Gedanken zu ordnen ist Tagebuch schreiben eine der besten Methoden überhaupt!

„Das, was erfolgreiche Menschen, von den sehr erfolgreichen Menschen unterscheidet ist: sehr erfolgreiche Menschen sagen nein zu fast allem“ – Waren Buffet.

Dafür musst du aber erstmal du wissen, was du wirklich willst. Du musst dich selbst kennenlernen, tief in dich hineinschauen und deine eigenen Träume, Wünsche und Ziele erkennen. Erst dann kannst du bewusst entscheiden, zu was du nein sagen möchtest.

Und dann wird es dir plötzlich auch leichter fallen „nein“ zu sagen. Denn dann, kennst du ja schon dein „ja“. Und die Freude auf dein „ja“ ist im Normalfall viel stärker, als die Trauer nach dem abgelehntem.

7.Entscheidungen treffen.

Unabhängig von dem, ob du in deinem Journal deinen Frust über den schlecht bezahlten Job auslässt oder deinen Traum, um die Welt zu Segeln in verschiedenen Farben ausmalst; das wiederholte Aufschreiben bestimmter Gedanken und Gefühle, prägt diese in deinem Kopf ein. Das Bedürfnis endlich etwas gegen den fürchterlichen Job zu unternehmen, wird immer dringender. Die Lust auf ein Segelboot aufzusteigen, immer größer. Und plötzlich bist du soweit – du hast eine Entscheidung getroffen!

Das Tagebuch schreiben ermöglicht dir deine flüchtigen Gedanken greifbar zu machen. Bloße Gedanken geraten nämlich ziemlich schnell in der Hetze des Alltags in Vergessenheit. Aufgeschrieben werden sie aber Schritt für Schritt zu einem Aktionsplan. Und von einem guten Plan ist es nicht mehr weit, um ins Handeln zu kommen und deine Idee Realität werden zu lassen!

8.Selbstorganisation

Jedes Projekt braucht eine smarte Planung und konsequentes Management, um umgesetzt zu werden. Dein Leben, du selbst – das ist auch ein Projekt.

Das Tagebuch schreiben ermöglicht dir das Erkennen der eigenen Träume, Wünsche und Ziele. Gleichzeitig ist es ein wunderbares Tool, um die eigenen Taten zu reflektieren, entsprechende Schlüsse zu ziehen und bewusste Entscheidungen zu treffen.

Mit der Zeit lernst du, durch die Beobachtung deiner Handlungen und der diese begleitenden Gefühle und Emotionen:

  • Was du willst,
  • Wo deine wahren Prioritäten liegen,
  • Was du für das Erreichen deiner Träume machen kannst,
  • Wie du dich auf das Wesentliche konzentrieren kannst,
  • Wie du dich deinen eigenen Zielen fokussiert widmen kannst,
  • In welchem Rhythmus du am besten arbeiten kannst,
  • Wann du müde oder verärgert bist und was du dagegen tun kannst,
  • Nein zu sagen,
  • Deinen Tag bewusst zu leben!

Soll ich jetzt wirklich ein Tagebuch schreiben?

Das liegt selbstverständlich an dir. Aber:

„Wer die Welt bewegen will, sollte erst sich selbst bewegen.“ – Sokrates

Und Methoden, wie Tagebuch schreiben, sind genau dafür da. Nutze sie!

Alles Liebe,

Natalia

About the Author Natalia Dziadus-Hammerschmied

Am liebsten schmiede ich neue Pläne: eines Office-Buildings, einer Marketingstrategie, eines Websitekonzepts... Dabei lerne ich ständig Neues und diese Herausforderungen machen mich lebendig! In der Zwischenzeit schreibe ich darüber, wie sich mein Leben dadurch verändert und wie mich das glücklich macht :)

follow me on:
  • Martin sagt:

    Hallo Natalia. Danke für den sehr ausführlichen Beitrag. Deine genannten Punkte „Selbstbewusstsein“ und „Prioritäten setzen“ sind für mich auch besonders wichtig.
    Ich habe mir dazu einen Tagesplaner angelegt. Der unterscheidet sich etwas von deinem Journal, aber enthält ähnliche Kategorien.
    Was ich auch schon mal mitteilen wollte: Ich stöbere hier sehr gern und gewinne viele Anregungen – weiter so!

    VG Martin

    • Hallo Martin,
      das freut mich sehr zu hören!
      Ein Tagesplaner ist, zusätzlich zum Power Journal, ein Tool, dass ich ebenfalls auf täglicher Basis gerne benutze. So wie du sagst, diese Methoden helfen Prioritäten zu setzen und das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren. 🙂
      Und btw. – die Idee vom Early-Bird Projekt finde ich super. 🙂
      Alles Liebe,
      Natalia

  • >