Lebens- und Arbeitswelt 4.0 – Selbstständiges Arbeiten

Lebens- und Arbeitswelt 4.0 – Selbstständiges Arbeiten

Der Computer hat Ende der 70er Jahre die Arbeitswelt und kurz danach unseren ganzen Alltag revolutioniert. Was die momentan laufende industrielle Revolution (Industrie 4.0) bezeichnet, ist die Verknüpfung zwischen Produkten und Prozessen über das Internet. Und das nicht, so wie früher, nur innerhalb von einer Firma. Die gesamte Wertschöpfungskette, von Rohstofflieferanten über die Zulieferer, die Produktionsfirma und den Verkauf bis zum Endkunden, wird miteinander verbunden.

Neben all den großen Errungenschaften der Digitalisierung – Unterstützung bei Datenverarbeitung jeglicher Art (Berechnungen, Simulationen usw.) und Hilfe von computergestützten Maschinen – kommt jetzt die ultimative Vernetzung. Intelligente Maschinen und Fertigungsteile tauschen untereinander und mit Menschen Informationen aus. Solche Systeme sind fähig sich selbstständig zu organisieren und zu koordinieren.

Und diese Art von Vernetzung hat einen immensen Einfluss auf die Arbeitsweise der Menschen von heute. Dank dieser digitalen Kommunikations- und Informationstechnologien können wir in der Arbeitswelt 4.0 an verschiedenen Orten, zu verschiedenen Zeiten aber trotzdem gemeinsam im Team an einem Projekt arbeiten.

Nur was bedeutet das alles eigentlich für uns? Welche Möglichkeiten haben wir? Vor welchen Herausforderungen stehen wir? Und wie verändert das alles generell unsere Lebens- und Arbeitseinstellung?

Selbstständiges Arbeiten 4.0 – neue Werte.

Maschinen und ausgeklügelte Systeme können die körperlich anstrengenden oder eintönigen Routine-Beschäftigungen übernehmen.  So können wir uns den mehr kreativen und komplexen Arbeiten widmen.

Unsere Grundbedürfnisse wie Nahrung, Bildung und Wohnen werden weitgehend befriedigt (zumindest in der westlichen Welt). So können wir den Fokus auf andere, postmaterielle Werte legen. Glück, Zufriedenheit, Selbstentfaltung und persönliche Erfüllung sind das, wonach immer mehr Menschen streben. Das typische „Karriere machen“ verliert zunehmend an Bedeutung.

Wir arbeiten also nicht mehr nur des Geldes wegen. Die eigene Arbeit soll vor allem Sinn ergeben, Mehrwert erschaffen und uns Freude bereiten. Und selbstständiges Arbeiten ist einerseits das Ergebnis der Veränderungen in der Arbeitswelt und gleichzeitig eine sich eröffnende Möglichkeit den neuen Werten gerecht zu werden.

Selbstständiges Arbeiten bezieht sich hier allerdings nicht unbedingt auf die Gründung einer eigenen Firma. Es ist als ein autonomes Arbeiten, das vielerlei Formen in unterschiedlichen Strukturen annehmen kann, zu verstehen.

Selbstständiges Arbeiten 4.0 – autonomes Arbeiten.

Unabhängig davon, ob du in einem Team an einem Projekt mitwirkst, ein großes Unternehmen leitest oder dein eigenes kleines (und vielleicht dann später auch großes <img class=) Business aufbaust – je nach Branche kannst du einen Teil, vieles, oder sogar alles orts- und zeitunabhängig machen.

Selbstständiges Arbeiten bedeutet also Flexibilität. Und diese bietet zwar einerseits Freiheit und große Spielräume in der Lebens- und Arbeitsgestaltung, anderseits verlangt sie aber viel Eigenverantwortung und Selbstdisziplin.

Es wird auch nicht mehr die Arbeitszeit gemessen, sondern die Ergebnisse. Eine angemessene Planung, Arbeitsaufteilung und die nötige Motivation sind ganz alleine deine Aufgabe. Eine Trennung von der Arbeit und allen anderen deiner Lebensbereiche liegt alleine in deiner Hand.

Das stellt uns alle vor drei große Herausforderungen:

1.      Der Leistungsdruck:

Wenn es nicht mehr die Zeit ist, die unseren „Arbeitswert“ wiederspiegelt, sondern rein die Ergebnisse – erzeugt das selbstverständlich einen gewissen Druck. Es gilt nämlich trotzdem noch in unserer leistungsorientierten Welt – je schneller ein gutes Ergebnis erreicht wurde, desto besser. Um also einem krankhaften Leistungsdruck zu entkommen, solltest du dir folgendes verinnerlichen:

Ergebnis ist nicht gleich Ergebnis.

Die gesetzten Ziele zu erreichen ist sehr wichtig. Keine Frage. Nicht jede Arbeit hat allerdings am Ende offensichtliche oder leicht messbare Ergebnisse. Diese Arbeiten aber, wie zB. Lernen, Aneignen von neuen Skills, Ausprobieren von neuen Sachen, sind essentiell um eigene Ziele in weiterer Folge zu erreichen. Diese Arbeiten muss man also genauso als Leistung anerkennen und wertschätzen können – vor sich selbst und vor allen anderen.

Du bestimmst wann genug genug ist.

Auch wenn es sehr verlockend ist so viele Ergebnisse wie möglich und natürlich so schnell wie möglich vorzeigen zu können – es muss und es kann nicht alles auf einmal kommen.

Setze deine Prioritäten und lass dich weder von deiner inneren Stimme, noch von den äußeren Einflüssen stressen. Entscheide dich worauf du momentan deinen Fokus legst und bewege dich Schritt für Schritt dorthin. Es muss nicht unbedingt schnell sein. Übe dich in Konsequenz und Geduld.

Und setze dir zeitliche Rahmen, in denen du dich bestimmten Zielen widmest. Wenn du in dieser, dafür geplanten Tageszeit fokussiert an deinem Ziel gearbeitet hast, dann ist es auch genug. Anerkenne und wertschätze das, was du gemacht hast!

2.      Die Planung:

Um dich selbst nicht verrückt machen zu lassen, und um zu wissen wann genug genug ist, musst du auch wissen was und wann du zu tun hast.

Der Tag hat 24 Stunden.

Und in diesen 24 Stunden muss es auch Zeit fürs Schlafen, Duschen, Essen, Erholung, Familie, Freunde, eigene Interessen usw. geben. Die berufliche Arbeit kann nur einen bestimmten Teil von deinem Tag nehmen.

Und ja, es gibt verschiedene Lebensphasen.  Mal konzentrieren wir uns voll und ganz auf ein bestimmtes Projekt und dann wiederum auf die Familie, eigene Selbstentwicklung oder einen anderen Lebensbereich. Auf Dauer braucht es allerdings ein Gleichgewicht zwischen allen Lebensbereichen, um das gewünschte glückliche und erfüllte Leben zu führen.

Und ja, es ist gut sich hohe Ziele zu stecken. Aber die Machbarkeit der Dinge in einem bestimmten Zeitrahmen muss man auch einschätzen lernen. Es gibt ein paar Sachen, die mir bei einer realistischen Tagesplanung helfen:

  • Den typischen Tagesablauf einmal Stunde für Stunde durchzugehen (mehr dazu im kommenden Beitrag).

Das relativiert meistens sofort die ursprüngliche Planung, enttarnt die unrealistisch gesteckten Ziele und schützt vor chronischer Überforderung. Sehr hilfreich dafür ist auch:

  • Die eine wichtigste Aufgabe des Tages zu definieren.

Oft sind die wichtigsten Aufgaben auch die schwierigsten und somit genau die, die wir gerne nach hinten verschieben. Deswegen ist es auch gut sich vorzunehmen:

  • Die Arbeitszeit mit dieser wichtigsten Aufgabe anzufangen.

Erst danach kommt das ganze „daily Business“ – also das, was uns eigentlich durchgehend beschäftigen könnte. Und um das zu vermeiden ist es notwendig:

  • (Zeitliche) Grenzen setzen.

Erfolgreiche Menschen machen Schluss. Ja, es gibt immer etwas „Wichtiges“ zu tun. Aber genau deswegen ist es besonders wichtig sich klare Zeitrahmen für das Arbeiten zu setzten. Und wenn du Schwierigkeiten damit hast, bedenke: Wenn du zu lange durchgehend an einer Sache arbeitest, sinkt deine Konzentration, du verlierst dich in unnötigen Details und du machst Flüchtigkeitsfehler, die du am nächsten Tag verbessern musst. Nicht nur, dass du dadurch auf deine Freizeit verzichtest, am nächsten Tag musst du oft dieselben Sachen nochmal machen….

Du bist du.

Mache alles im Rahmen deiner eigenen Möglichkeiten. Lerne dich selbst einzuschätzen. Was kannst du schon schnell und routiniert machen? Was ist noch neu für dich und braucht mehr Zeit? Je länger du in einem Bereich tätig bist, desto besser kannst du dich selbst und die, für bestimmte Arbeiten notwendige Zeit, einschätzen.  Dieses Wissen hilft dir immens bei einer realistischen Planung.

Bei ganz neuen Aufgaben musst du dir die Zeit fürs Lernen und Fehler machen einfach zugestehen. Und nur um es noch einmal gesagt zu haben – es geht nicht darum, sich keine ambitionierten Ziele zu setzen. Viel mehr ist die Aufgabe, aus eigenem Wunschdenken herauszugehen, zu erkennen was wie viel Zeit und Aufwand braucht und dieses Wissen zu nutzen!

Lerne „nein“ zu sagen.

Lasse dich weder von anderen noch von dir selbst „hijacken“. Schon alleine deswegen ist es so wichtig einen längerfristigen Fahrplan und das wichtigste Ziel des Tages immer vor Augen zu haben.

Wenn plötzlich jemand anderes etwas von dir will, schaue erstmal auf deine eigene ToDo Liste. In 99% der Fälle wirst du ohne schlechtem Gewissen „nein“ sagen können. Selten gibt es Dinge, die wirklich so wichtig sind, dass sie nicht kurz warten können.

Und genau dasselbe gilt auch für dich. Überprüfe immer wieder – machst du noch das, was du dir vorgenommen hast? Und auch wenn es manchmal sehr verlockend ist etwas ganz anderes zu tun – kehre zurück zu dem, was du dir vorgenommen hast <img class=.

3.      Das Leben „nach der Arbeit“:

Du entscheidest selbst, wann du etwas machst. Und du entscheidest selbst, wann du etwas nicht machst. Die Härte und die Disziplin, um tatsächlich Schluss zu machen, musst auch du selbst haben. Es gibt nämlich immer noch etwas „Wichtiges“, dass erledigt sein „müsste“. Eine klare Planung und starke Gewohnheiten bieten dir dabei eine Unterstützung.

Klare Planung für alle Lebensbereiche.

Genauso wie du deine Arbeit planst, plane auch die Tätigkeiten in deinen anderen Lebensbereichen. Verabrede dich mit deinem/er PartnerIn fix für ein Abendessen, trage in deinen Kalender das Joggen vor der Mittagspause ein…

Und nein, es geht hier nicht darum, dass du jede Minute deines Tages fix verplant hast. Es geht darum, dass andere Lebensbereiche und die damit verbundenen Tätigkeiten auch bewusst ihren Platz in deinem Alltag finden. Es ist nun Mal viel leichter mit Arbeiten aufzuhören, wenn deine FreundIn schon im Restaurant auf dich wartet <img class=.

Starke Gewohnheiten.

Planung ist eine Sache. Konsequente Ausführung eine andere…

Je öfter du jedoch bestimmte Sachen machst (zB. in der Früh Joggen gehen), desto mehr werden diese Sachen zu deinen Gewohnheiten. Und alles was zu einer Gewohnheit geworden ist, ist dann auch viel einfacher im Alltag einzuhalten. Auch wenn etwas Unerwartetes passieren sollte, du glaubst mit der Arbeit nicht aufhören zu dürfen oder du gerade einfach keinen Bock hast…

Starke Gewohnheiten geben deinem Leben, auch in einer sich stätig verändernden Welt, Halt <img class=.

Arbeitswelt 4.0 – Arbeitsmodelle und Kompetenzen

In der neuen Arbeitswelt des digitalen Zeitalters, kommen viele Veränderungen auf uns zu. Selbstständiges Arbeiten im oben beschriebenem Sinne, ist nur einer dieser Veränderungsprozesse. Es ändern sich aber auch die Arbeitsmodelle und die Kompetenzen, die von uns gefordert werden…

Mehr dazu wirst du in diesem Artikel erfahren.

Danke fürs Lesen und Alles Liebe!

Deine Natalia

About the Author Natalia Dziadus-Hammerschmied

Am liebsten schmiede ich neue Pläne: eines Office-Buildings, einer Marketingstrategie, eines Websitekonzepts... Dabei lerne ich ständig Neues und diese Herausforderungen machen mich lebendig! In der Zwischenzeit schreibe ich darüber, wie sich mein Leben dadurch verändert und wie mich das glücklich macht :)

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  • […] Der typische „nine to five“ Arbeitstag gehört immer mehr der Vergangenheit an. Er lässt sich mit unseren Erwartungen und Einstellungen einfach nicht mehr vereinbaren. Die starren Arbeitszeiten und die Anwesenheitspflicht werden durch Ergebnisorientierung und Eigenverantwortung ersetzt. Wie man mit den Herausforderungen von diesem autonomen Arbeiten am besten zurechtkommt, beschreibe ich in diesem Beitrag. […]

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