Unterstützung

Freundschaft und die gegenseitige Unterstützung

Das Thema Unterstützung, im Bezug auf Menschen mit denen wir uns umgeben, hat nach dem ersten Mindset-Beitrag einige Diskussionen ausgelöst. Auch Alex und ich haben viel darüber gesprochen, was wir mit Erfolg und einem “unterstützenden Umfeld” meinen.
Dass Unterstützung nicht unbedingt mit einer messbaren Leistung des anderen zusammenhängt und schon gar nichts damit zu tun hat, nur das eigene Ego mit einem bedingungslosen Lob anderer zu stützen, sollte selbstverständlich sein – dachte ich. Dennoch, ist es nicht immer so.

Was ist mit Unterstützung gemeint?

Alle Menschen teilen die gleichen Grundbedürfnisse: Sicherheit, Anerkennung und Selbstbestimmung (Maslowsche Pyramide). Die Erfüllung dieser Bedürfnisse suchen wir einerseits in uns selbst und in unseren Handlungen, andererseits in unserem sozialen Umfeld.
Wenn eine Beziehung zur Erfüllung dieser Grundbedürfnisse beitragen kann, fühlen wir uns meistens in dieser wohl – somit auch in unserem Sein unterstützt. Wenn uns aber eine Beziehung verunsichert, unseren Selbstwert mindert oder uns eingrenzt, können wir uns in einem solchen System nicht wirklich entfalten und fühlen uns unwohl. So ein Zustand hindert uns mehr in unserem Sein als es unterstützt.
Bedeutet das also, dass wir uns nur mit Menschen umgeben sollen, die uns was messbares geben können und alle unsere Wünsche erfüllen? Nein, so ist es nun auch nicht gemeint 🙂

Reziprozität – das Prinzip vom “Geben und Nehmen”.

Das Prinzip vom “Geben und Nehmen” – Prinzip der Gegenseitigkeit – ist der Grundstein jeder ausgeglichenen und guten, zwischenmenschlichen Beziehung: sei es eine Freundschaft, Partnerschaft oder eine Liebesbeziehung.
So verstandenes „Profitieren“, ist von Berechnung und Ausnutzen weit entfernt und kann auf vielen verschiedenen Ebenen passieren.
Wir gehen mit unseren Freunden zB. gerne Segeln, weil wir dieselbe Leidenschaft teilen und uns dabei super entspannen. Mit anderen besprechen wir unsere persönlichen Erfahrungen, weil sie tolle Gesprächspartner sind. Vielleicht erklären wir jemandem Mathematik, was demjenigen in seinen Lernfortschritten hilft und uns die Freude gibt jemandem geholfen zu haben. Manche Menschen bewundern wir für ihr soziales Engagement und werden selbst dadurch aufmerksamer auf die Welt. Andere werden zu unserem Mentor, weil sie schon das gemacht haben, was wir gerade erst beginnen. Beispielsweise haben diese ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut und können uns deren Wissen weitergeben. Sie wiederum bekommen Anerkennung und steigern ihr Selbstbewusstsein.
Das „Geben und Nehmen“ ist also nicht einfach mit einer Leistung gleichzusetzen. Gemeinsame Freizeit, Lernen durch die Erfahrung anderer, konstruktive Kritik und vieles mehr, können im gegenseitigen Austausch zu einer zufriedenstellenden und bereichernden Beziehung für die Beteiligten beitragen.
Je vielfältiger unsere Freundschaften und je diverser die Menschen mit denen wir uns umgeben sind, desto mehr profitieren alle Beteiligten von der Ausgeglichenheit, Freude und möglicher Weiterentwicklung.

Wenn wir keine Unterstützung spüren?

Die Wahrnehmung einer Beziehung ist natürlich etwas Subjektives. Wichtig ist aber, dass wir unsere Beziehungen zu Menschen bewusst führen und pflegen.
Wahrscheinlich hat jeder von uns schon mal Freunde oder Partner in seinem Leben gehabt, die über längere Zeit nur genommen und nichts zurückgegeben haben. Ich spreche hier nicht von akuten Zuständen, wo andere von uns Hilfe brauchen. Jeder hat Momente, in denen er gerade nicht im Stande ist, aktiv was zurückzugeben, unsere Unterstützung aber dringend braucht. Einen Beistand sollte man anderen auch geben können. Unausgeglichen wird die Beziehung erst ab dem Punkt, wo über eine längere Zeit, einer nur gibt und der andere nur nimmt, und auch keine Aussichten auf eine Veränderung vorhanden sind.
Noch schwieriger wird es, wenn unser Gegenüber weder gibt, oder nimmt. So werden wir noch zusätzlich zu dem, dass wir nichts bekommen, auch in unserem Geben „gelähmt“.
In beiden oben genannten Fällen, brennt man entweder aus Erschöpfung oder einer zu Frustration führenden Passivität des Gegenübers, einfach aus. Aus dieser Perspektive gesehen, unterstützen uns solche Beziehungen wenig bis kaum. Es macht uns auch zu keinen schlechten Menschen, solche „einseitigen“ Beziehungen zu beenden.

Wie viel Unterstützung?

Jeder Mensch hat seine persönlichen Energiekapazitäten. Mit diesen sollte man auch gut haushalten. Das betrifft genauso unsere Arbeit wie auch unsere Beziehungen.
Es ist verständlich, dass man keine Beziehungen führt die einem schlecht tun. Es ist aber auch genauso verständlich, dass man nicht alle Beziehungen führt die man führen könnte. Man muss nicht alle mögen, auch wenn man keine objektive Begründung dafür parat hat. Wir haben auch keine Pflicht Kontakte zu pflegen, nur weil diese Potenzial für eine gute Freundschaft hätten.
Es ist wichtig für sich zu entscheiden, wie viel Kraft und welche Prioritäten man gerade hat. Dementsprechend sollte man auch handeln. So finden wir die notwendige Zeit und Energie, den anderen was geben zu können. Wir schaffen es auch uns auf das Gegenüber einzulassen und sein Geben anzunehmen.
Erst das gewährt uns die Führung gesunder und ausgeglichener Beziehungen, die allen Beteiligten Freude, Entspannung und Weiterentwicklung ermöglichen.

Alles Liebe und viel Unterstützung,
Natalia

About the Author Natalia Dziadus-Hammerschmied

Am liebsten schmiede ich neue Pläne: eines Office-Buildings, einer Marketingstrategie, eines Websitekonzepts... Dabei lerne ich ständig Neues und diese Herausforderungen machen mich lebendig! In der Zwischenzeit schreibe ich darüber, wie sich mein Leben dadurch verändert und wie mich das glücklich macht :)

follow me on:
>