Abstand nehmen und die eigene Komfortzone verlassen. Nur wofür?

Abstand nehmen und die eigene Komfortzone verlassen. Nur wofür?

Irgendwie funktioniert das alles was ich mache doch nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Irgendwie sind die Tage alle gleich grau und irgendwie scheint gar nichts mehr einen Sinn zu ergeben… Immer wieder überfallen mich solche, mal kleine, mal größere, Sinnkrisen.

Ich befürchte, ich bin nicht die einzige auf der Welt, der es so geht. Und ich bin sicher auch nicht die einzige, die in solchen Momenten einfach Abstand nehmen will.

Ich bin nämlich fest davon überzeugt, dass alles, vor allem die aktuelle Gefühlslage, die Frage der Perspektive ist. Abstand nehmen bedeutet aber auch die eigene Komfortzone zu verlassen. Und das machen wir dann doch nicht immer so gerne… Warum aber eigentlich?

Die eigene Komfortzone – was ist das?

Deine Komfortzone ist an jedem Ort, an dem du dich oft aufhältst. Bei dir Zuhause, an deinem Arbeitsplatz, in deinem Sportverein… Deine Komfortzone ist alles, was du oft machst und alles, was zu deiner Routine wird. Alle Dinge und Tätigkeiten über die du nicht mehr nachdenken musst, die du „einfach automatisch“ machst, bilden deine Komfortzone.

Klar ist es nicht einfach, seine eigene Komfortzone zu verlassen und meistens machen wir das widerwillig. Wir Menschen, haben eine natürliche Angst vor Unbekanntem. Unser menschliches Gehirn ist zusätzlich darauf ausgelegt, Energie so sparsam und effektiv, wie nur möglich zu verbrauchen.

Das sind beides Eigenschaften, die uns das Überleben ermöglichen. Das sind aber auch beides Eigenschaften, die uns heutzutage oft im Weg vor unserer eigenen Entwicklung und ja, oft auch unserem eigenen Wohlbefinden, stehen.

Die Angst kein Essen mehr zu haben und von unbekannten Tieren gefressen zu werden, nur weil du in ein anderes Land gefahren bist, ist heutzutage (in den meisten Fällen) unberechtigt. Wir müssen auch im Normalfall (zum Glück) keine Energie für die Notwendigkeit einer Verteidigung oder Mangel an Essen sparen.

Dh.- wir können uns beruhigt um uns, unsere eigene Entwicklung und unser persönliches Wohlbefinden kümmern. Wir dürfen beruhigt unsere Energie dafür verbrauchen.

Also… raus aus der Komfortzone! Nur wie…?

Komfortzone verlassen – was bedeutet das?

Dein bekanntes Umfeld verlassen

Das bekannte, gemütliche Umfeld verlassen – das tun wir oft ungern.

In eine neue, größere Wohnung umzuziehen, ist meistens noch cool. Wenn aber die Wohnung in einer anderen Stadt, oder gar in einem anderen Land ist – dann überlegen wir meistens sehr lange, ob wir das wirklich machen wollen.

Ähnlich ist es beim Reisen. Die meisten von uns machen schon gerne Urlaub, zum Glück 😊. Aber die, die sich für eine 3-Monatsreise nach Südamerika entscheiden, gibt es wenige. Die meisten haben sogar das Gefühl, sie „können“ nicht mal länger als eine Woche wegfahren. Wer beantwortet sonst die vielen Emails in der Arbeit? Wer gießt die Pflanzen im Garten? Und es gibt immer eine Party, die man nicht verpassen möchte…

Genauso ist es mit unserem Arbeitsplatz. Wir alle kennen so einige Menschen, die sich zwar täglich über ihren Job beschweren – zu langweilig, zu anstrengend, eine schlechte Stimmung… Aber wer wechselt denn den Job schon tatsächlich?

Das eigene gemütliche Umfeld zu verlassen muss aber nicht immer gleich eine gewaltige Veränderung bedeuten. Je nach Situation – manchmal reicht es schon einen kurzen Spaziergang nach einem stressigen Teammeeting in der Arbeit zu machen. Oder für ein Wochenende nach Rom fahren, um einfach mal Sonne zu tanken und genau – um Abstand zu nehmen und zu sehen, dass es auch eine Welt außerhalb „meiner“ Welt gibt.

Neues Lernen

Neues zu lernen gehört auch dazu 😊. Warum bleiben viele von uns nach ihrer Ausbildung das ganze restliche Leben im selben Beruf? Manche aus Leidenschaft, ja. Aber viele, weil sie es sich entweder nicht mehr zutrauen etwas Neues zu lernen oder auch ein bisschen (vor allem emotionell) zu faul dafür sind, eine neue Herausforderung anzunehmen.

Es geht aber auch nicht nur, um den Beruf. Es geht vor allem darum, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln, Neues auszuprobieren und sich neue Skills anzueignen. Ob es sich dabei um eine neue Sprache lernen, Malen oder Tanzen handelt – das musst du für dich selbst entscheiden.

Das wichtigste ist, dass du dabeibleibst, Neues zu lernen und dich weiterzuentwickeln. Dadurch bleibst du fit in deinem Kopf und Geist. Dadurch wirst du neue Erfahrungen sammeln und von ihnen profitieren können. Und dadurch eröffnen sich erst neue Chancen und Möglichkeiten.

Herausforderungen annehmen

Etwas zu machen, wo wir unsere eigenen Grenzen überschreiten, ist eine Herausforderung. Unabhängig von dem, ob das bedeutet etwas ganz Neues zu lernen oder die bestehenden Skills zu erweitern. Und vor diesen Herausforderungen haben wir oft Angst. Angst vor dem Unbekannten, aber auch Angst zu versagen…

Sobald du anfängst, Herausforderungen als eine Möglichkeit zu wachsen, zu betrachten, hast du einen wichtigen Schritt gemacht. Es geht nicht darum, dass du gewinnst und immer der beste bist. Es geht darum, dass du stätig etwas Neues lernst und dich weiterentwickelst. Und in dem Moment, wo du eine Herausforderung angenommen hast, beginnt der Prozess deines Wachstums.

Das Glücks- und Erfolgsgefühl, etwas zu machen, was wir uns bis jetzt nicht getraut haben, ist ein zusätzlicher Bonus 😊. Die eigene Komfortzone zu verlassen, hat generell so einige Vorteile für dich, deine Entwicklung und dein Wohlbefinden. Gehe also bewusst raus aus deiner Komfortzone!

Und merke dir – je öfter du deine Komfortzone verlässt, desto leichter wird es dir fallen.

Raus aus der Komfortzone – nur warum eigentlich?

Deine Sinne schärfen sich

In einem unbekannten Umfeld bist du selbstverständlich viel aufmerksamer, als dort, wo du mit geschlossenen Augen herumlaufen könntest. Und dieser Aufmerksamkeitszustand löst so einiges positives in uns aus.

Erstens, nimmst du alles was passiert viel intensiver wahr. Alles wird zu einem richtigen Erlebnis. Du kannst besser und einfacher im Moment leben und das Hier und Jetzt genießen.

Dadurch, dass so viel deiner Aufmerksamkeit auf dieses neue Umfeld oder die neue Tätigkeit gelenkt wird, schaffst du es auch tatsächlich abzuschalten und von eventuellen Belastungen Abstand zu nehmen und vieles dadurch loszulassen.

Deine Konzentration steigt

Kannst du dich an die ersten Wochen in deiner Arbeit erinnern? Oder an den Anfang des Semesters in der Schule oder im Studium? Da geht meistens sehr viel voran und wir sind super produktiv 😊. Das liegt u.a. daran, dass wir natürlich unsere Konzentration auf das neue Umfeld und die neue Sache legen. Wir machen die Dinge nicht automatisch, sondern sind voll dabei. Der Fokus liegt darauf, sich in diesem Umfeld zurechtzufinden und der Herausforderung standzuhalten.

Und natürlich, wenn wir etwas voll oft gemacht haben, dann sind wir meistens schneller bei dieser bestimmten Tätigkeit. Aber wenn wir dann keine weitere Herausforderung annehmen, dann wird uns ziemlich schnell fad und wir fangen an eher zu trödeln als etwas produktiv zu machen. Wir tendieren dann dazu, in Gedanken versunken rumzusitzen und sind weit davon entfernt den aktuellen Moment wirklich zu erleben und zu genießen…

Du wirst offener

Alleine dadurch, dass wir sehen, wie viele verschieden Arten es gibt, um das eigene Leben zu führen und wie viele verschiedene Möglichkeiten es gibt etwas zu machen… Schon dadurch relativieren sich schnell Langweile, Sinnlosigkeit und die uns oft begleitenden Belastungen.

Durch Neues entdecken, erfahren und kennenlernen, werden wir offener. Offener für die Welt, andere Menschen und andere Meinungen. Aber auch offener für uns selbst. Abstand nehmen von uns selbst und der Bubble in der wir uns befinden, schafft Ruhe und Klarheit in unserem Kopf. Es wird dadurch Platz für Neues gemacht. Platz für weitere Erlebnisse und Platz für Glück 😊.

Du wirst flexibler

Das Leben ändert sich. Die Welt um uns herum ändert sich und die Umstände ändern sich. Deine eigene Komfortzone zu verlassen, hilft dir sehr dabei flexibel und ohne Angst auf diese Veränderungen zu reagieren. Wenn du dich immer wieder bewusst aus deiner Komfortzone herausbewegst, wird die Tatsache vor etwas Neuem und Unbekanntem zu stehen, dann nicht mehr so neu sein. Du lernst dadurch damit umzugehen und vor allem, dass in 99% der Fälle am Ende alles gut wird 😊.

Und vor allem, wenn du von etwas anderem träumst, als du jetzt hast, musst du auch etwas anderes machen, als du bis jetzt gemacht hast.

„Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“ – Henry Ford

Sollst du dir dein Leben also absichtlich schwer machen?

Natürlich nicht. Es darf auch leicht gehen. Und du sollst auch nicht unbedingt die ganze Zeit Dinge machen, die dir regelmäßig Bauchschmerzen bereiten. Du darfst es dir im Leben gemütlich machen 😊.

Aber… um dich weiterzuentwickeln, neue Erlebnisse zu haben und somit ein erfüllendes Leben zu führen, musst du dich bewusst immer wieder aus deiner Komfortzone hinausbewegen.

Mache diese Dinge! Beginne damit, bewusst deine Grenzen zu erweitern, bewusst immer wieder von deiner „Bubble“ Abstand zu nehmen und bewusst deine Komfortzone zu verlassen. Du kannst es lernen dich aus dem gewohnten Umfeld zu bewegen und du wirst sehen: Es ist gar nicht so schlimm. Es ist meistens sogar sehr gut und macht Spaß.

Das Leben ist viel zu kostbar, um es auf deiner Couch in deiner Wohnung, die wahrscheinlich gar nicht so spannend ist, zu verbringen.

Alles Liebe,

Deine Natalia

About the Author Natalia Dziadus-Hammerschmied

Am liebsten schmiede ich neue Pläne: eines Office-Buildings, einer Marketingstrategie, eines Websitekonzepts... Dabei lerne ich ständig Neues und diese Herausforderungen machen mich lebendig! In der Zwischenzeit schreibe ich darüber, wie sich mein Leben dadurch verändert und wie mich das glücklich macht :)

follow me on:
  • […] spart uns zwar (anfänglich) die Hürden einer Veränderung und „hütet“ uns davor die Komfortzone zu verlassen, aber in der weiteren Folge hindert dieses Verhalten unsere Entwicklung und macht ein erfülltes […]

  • […] Die Perspektive kurz zu wechseln, ein bisschen Abstand zu nehmen und dich selbst von einem frischen Blickwinkel zu betrachten kann dabei sehr hilfreich sein. […]

  • jasmin sagt:

    Wirklich klasse Beitrag und du hast vollkommen recht. Man soll Dinge erleben und nicht nur auf der Coach oder zuhause rumsitzen.

    LG Jasmin

  • Sara sagt:

    Ich finde, dass es extrem wichtig ist seine Komfortzone zu verlassen. Sonst wird man nie seine Ziele erreichen.
    LG Sara von http://fraeulein-technik.de

  • Lisa sagt:

    Ein sehr interessanter Beitrag! Und du hast an vielen Punkten vollkommen Recht – ich kenne es von mir selber. Ich merke es selbst schon wenn ich nur ein Tag woanders übernachte, das ich mir nichts sehnlicher wünsche als meine „Komfortzone“. Aber manchmal muss man sich einfach ein Schubs geben und seine Komfortzone verlassen, letzten Endes macht man außerhalb seiner Komfortzone doch die besten Erfahrungen.

    Liebe Grüße
    Lisa

  • Ina sagt:

    Interessanter Beitrag! Vieles von dem setze ich schon um. Danke für diesen Artikel.

    LG aus Norwegen
    Ina

  • Meine Komfortzone verlasse ich gar nicht so ungern und bisher hat sich das immer als Vorteil bewiesen. 🙂 Es stimmt, das Leben ist zu kostbar um es auf der Couch zu verbringen, aber im Onlinebusiness kann man durchaus auch dort Veränderung reinbringen. Alles eine Frage der Motivation.

    Liebe Grüße,
    Verena von whoismocca.com und thepawsometyroleans.com

  • finde es super wichtig, immer mal wieder die eigene Komfortzone zu verlassen … gerade beim Reisen merkt man es ja, dass einem auf einmal ganz andere Perspektiven aufgezeigt werden 🙂

    schöne Inspiration!

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

  • Sophie sagt:

    Aus meiner Komfortzone zu treten ist alles andere als einfach. Wohl fühlt man sich ja dort, wo man sich sicher und geborgen fühlt.
    Aber du hast Recht. Sich einfach mal zu trauen bringt einem mehr Offenheit und Flexibilität. Es verändert einen, gibt aber auch Chancen etwas Neues aus sich herauszukitzeln.

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