chance ergreifen

Abschied nehmen – Chance ergreifen

Die Werdens-Geschichte von Jason Nemer (Co-Founder von AcroYoga), hat mich wie ein Schlag getroffen: Zu seinem 30. Geburtstag, veranstaltet ein Freund eine kleine Party für ihn. Jason bekommt ein Buch über Buddhismus und eine Kiste mit Kokosnüssen geschenkt. Als er am nächsten Tag aufwacht, stellt er mit Schrecken fest, dass sein Van weg ist. Sein ganzes Zuhause, alles was er hat, ist weg! Und was macht Jason?

Er setzt sich hin, öffnet sich eine Kokosnuss und beginnt das Buch über Buddhismus zu lesen! Wie er selbst sagt: “(…) what the fuck else am I gonna do?!” (was soll ich denn bitte sonst machen?!). Er ließt übers Zuhause verlassen, bescheidenes Leben und Wanderungen – Ja, das ist es, was ich jetzt machen werde! – denkt er sich. Und so hat sein Nomadentum, sein Lebenslanges Reisen angefangen. Wäre er in San Francisco geblieben, wäre AcroYoga wahrscheinlich immer noch keine weltweite Practice 🙂
Diese Geschichte habe ich in Tim Feriss‘ Buch “Tools of Titans”* gelesen – eine empfehlenswerte Sammlung an Erzählungen erfolgreicher Menschen!

Ergreife die Chance für die du “nichts kannst”

Ich glaube manchmal wünschen wir uns alle insgeheim, dass irgendetwas passiert, das uns aus unseren aktuellen Lebensumständen einfach herausreißt – ohne, dass wir dafür “was können”. Irgendetwas, das uns sozusagen dazu “zwingt”, was zu verändern, was Neues, anderes zu machen. Vielleicht sogar was richtig cooles, was was wir schon lange vor uns hinschieben?

Um etwas Neues anzufangen, braucht man oft Raum. Entweder wird uns dieser freie Raum durch gewisse Situationen erschaffen und wir betrachten das Geschehen als Chance, oder wir erschaffen uns diesen Raum selbst. Bei mir ist es oft eine Mischung aus beidem und diesmal war es nicht anders. Schon letztes Jahr habe ich es tief in mir gespürt, dass ich meinen momentanen Weg: den einer Architektin in einem riesigem Büro, nicht mehr wirklich weiter verfolgen will. Ich habe mir es auch vorgenommen, im ersten Quartal des Jahres zu kündigen. So ganz sicher allerdings, ob ich das wirklich machen werde war ich mir nicht.

Viele Zweifel am Anfang

Je größer die Veränderung, desto mehr müssen wir hinter uns lassen. Desto aktiver müssen wir uns dafür einsetzten, Raum für das Neue zu erschaffen. Desto größer sind auch die Zweifel, die wir haben.

Mich beschäftigten dabei Überlegungen wie:

  • Ich habe schon so viel, und so hart, und so lange für mein Ziel gearbeitet.
  • Ich habe schon viel Erfahrung darin und bin doch auch gut in dem was ich mache.
  • Es gibt doch im breiten Spektrum der Architektur vieles, was ich nach wie vor gerne und mit Leidenschaft tun würde.

Ich stellte mir Fragen wie:

  • Was passiert, wenn ich dann doch in ein paar Jahren wieder ins Architektur-Business einsteigen will?
  • Hab ich bis dahin schon wieder alles vergessen?
  • Ist dann mein “Marktwert” nicht mehr so hoch, weil ich Jahre lang etwas anderes gemacht habe?
  • Will ich wirklich so kurz davor alles abbrechen? (ich habe mir vorgenommen die Ziviltechniker-Prüfung im Oktober zu machen und das wäre auch möglich gewesen)
  • Ist das nicht einfach aufgeben?
  • Vielleicht bin ich feige, oder einfach nur faul?

Die “Hilfe” von außen

Und dann kam es: der Stoß von außen. Anfang Jänner war ich so erschöpft, fertig und lustlos, dass es mir nicht mehr möglich war mich dazu zu zwingen, aus dem Haus zu gehen und ins Büro zu fahren. Nicht nur meine Psyche, auch mein Körper hat sich dagegen gewehrt.

Nachdem ich mich vom ersten Schlag ein wenig erholt hatte, stand es fest: ich muss eine Entscheidung treffen.
Ende März habe ich gekündigt. An dem Tag konnte ich meine Ängste fast nicht loswerden. – Was habe ich bloß getan? Soll ich es vielleicht doch noch rückgängig machen? Werden wir bald kein Geld mehr zum Leben haben? Habe ich meine ganze Zukunft verbockt und muss dann als Gärtner in Wiener Parks arbeiten?- All diese Gedanken ratterten durch meinen Kopf. Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich alle diese Emotionen aus mir rausgelassen habe. Dann aber, konnte ich das erste Mal seit Langem, so richtig tief einatmen! Ich war sichtlich erleichtert und voller frischer Lebensenergie.

Die Kraft in dir!

Natürlich stelle ich mir immer wieder Fragen, die mich zweifeln lassen. Was gibt mir aber die Kraft um nicht aufzugeben?

Diese Überzeugungen helfen dir stetig zuversichtlich zu sein:

  • Alles ist möglich!
  • Zurück kannst du immer: dein Wissen, deine Erfahrung und deine Kenntnisse wird dir niemand mehr wegnehmen.
  • Deine Entscheidung, was zu verändern ist absolut richtig, wenn:
    • Dir das „Alte“ nicht mehr gut tut: Dinge, die uns nicht gut tun, sollten wir einfach lassen. So erschaffen wir uns Raum, um was Neues, für uns Besseres, auszuprobieren.
    • Du sehr aufgeregt und voller Freude auf neue Herausforderungen bist.

Meine neue Herausforderung ist zB. diesen Blog zu schreiben und die Academy mit Alex aufzubauen. Und Zeit und Muse, um weiter Herausforderungen zu finden, habe ich jetzt auch 🙂

Nur du kannst deine Chance ergreifen!

Das Leben gibt uns immer wieder verschiedene „Zeichen“ und erschafft uns Möglichkeiten zu Handlung und Veränderung. Ob wir diese Möglichkeiten erkennen und als Chance nutzen, liegt an uns. Beobachte dich, deine Umgebung und die Geschehnisse. Erkenne deine Möglichkeiten und traue dich eine Chance zu ergreifen!

Teile mit uns deine Erfahrungen und schreibe in den Kommentaren, was dich gerade beschäftigt. Teile mit deinen Freunden diesen Artikel. Vielleicht sind sie auch gerade dabei eine Chance zu ergreifen? 🙂

 

Alles Liebe,
Natalia
PS. Das ist der Bericht #1 von der „Do what you can´t“ – Challenge, der Alex und ich uns vor 4 Wochen gestellt haben.

  • Wir haben unser gewünschtes Ziel definiert: ortsunabhängig Leben.
  • Wir haben uns einen richtig coolen, aber mit dem Ziel zusammenhängenden Antrieb gesucht: 2 Monate auf Bali Leben.
  • Wir haben diesen Antrieb fixiert und damit daraus ein “positives Muss” gemacht: am 13. März haben wir die Tickets nach Bali gebucht!

Seit dem haben wir so einiges vor uns, um unser Ziel Realität werden zu lassen. Und ich gebe es zu, das erste Monat war nicht wirklich einfach. Ich bin aber froh und stolz auf mich, die Chance ergriffen zu haben!

Freut euch schon auf die nächsten Berichte, über unser Daily Business, die Planung und unsere Fortschritte!

About the Author Natalia Dziadus-Hammerschmied

Am liebsten schmiede ich neue Pläne: eines Office-Buildings, einer Marketingstrategie, eines Websitekonzepts... Dabei lerne ich ständig Neues und diese Herausforderungen machen mich lebendig! In der Zwischenzeit schreibe ich darüber, wie sich mein Leben dadurch verändert und wie mich das glücklich macht :)

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